Methoden

Wissensmanagement

Wollte man alles vorhandene Wissen (implizit) in personengebundener Form in eine personenungebundene Form (explizites Wissen - i.d.R. die Schriftform) überführen, um es in einem zentralen Wissenspool zu speichern, so würde man nicht nur einen unvertretbar hohen Arbeitsaufwand in Kauf nehmen müssen, sondern auch ignorieren, dass sich die Wissensinhalte im Zuge dieses Transformationsprozesses zwangsläufig verändern.

Hier liegt der eigentliche Ansatzpunkt eines unternehmensweiten Wissenspools:
Möglichst große Teile des im Unternehmen vorhandenen Wissens werden verfügbar gemacht, wobei nicht die Wissensinhalte selbst, sondern Metawissen im Sinne von "Wissen über Wissen" gespeichert wird.

Auch Metawissen über personenungebundenes Wissen sollte

  • den Ort der Speicherung dieses Wissens ("Wo?");
  • die Personen, die mit diesem Wissen bereits gearbeitet haben bzw. es ursprünglich erarbeitet haben ("Wer?");
  • eine Kurzbeschreibung der konkreten Inhalte des Wissens ("Was?");
  • den Zeitpunkt seiner erstmaligen Generierung und ggf. die Zeitpunkte seiner Nutzung durch andere Mitarbeiter ("Wann?") ausweisen.

Aktuelle Forschungsbemühungen zu diesem zentralen Problem der Umsetzung eines Wissenspools im Sinne von "Wissen über Wissen", richten sich auf die Entwicklung sogenannter Knowledge Maps.

Der jeweilige Knowledge Owner gibt Wissen über sein Wissen (Wo, Wer, Was, Wann) in standardisierter Form in den Wissenspool ein.

Knowledge Sharing setzt sowohl die Bereitschaft zur Registrierung des individuellen Wissens im Wissenspool voraus, als auch die Fähigkeit und Bereitschaft zur Weitergabe dieses Wissens an andere Mitarbeiter.

Zentrale Aufgabe der Personalführung im Rahmen des Wissensmanagements ist die Entwicklung einer Kultur des Knowledge Sharing im gesamten Unternehmen.

Der Wissenspool als zentralisierte Bevorratung von Metawissen respektive "Wissen über Wissen" stellt in dynamischen Arbeitsumfeldern und bei häufig veränderten Anforderungen an das Wissen der Mitarbeiter ein besonders geeignetes Instrument des Wissensmanagements dar.